…..Wörter wie alle, jeder, ewig, immer, nichts, nie, ständig, überall,… sind schnell ausgesprochen, meist auch gar nicht so „allgemein“ gemeint – und doch können sie sehr oft verletzen, provozieren, Kreise ziehen – Von einer Erfahrung wird auf alle Erfahrungen geschlossen, von einer Person auf alle Personen…und die Wirklichkeit wird verzerrt!
Dabei ist die Verallgemeinerung einer der wichtigsten Prozesse im Empfangen und Senden alltäglicher Informationen. Sie macht es möglich, unterschiedliche Erfahrungen unter einem gemeinsamen Nenner zusammenzufassen – eine Art Datenkomprimierung. Dieser Prozess läuft übrigens unbewusst, automatisch und unvermeidlich ab. Wir lernen zum Beispiel Türschlösser zu öffnen, ohne ausdrücklich JEDE erdenkliche Form eines Türschlosses zu kennen. Außerdem versetzt es uns in die Lage, unsere Erfahrungen so zu repräsentieren, dass auch andere sie verstehen können und dabei nicht von detaillierten Informationen überflutet werden.
Die Verallgemeinerung ist also durchaus als Vorteil in unserer täglichen Kommunikation zu sehen. Und doch bin ich mir sicher, dass wohl JEDER von uns schon einmal mit den unangenehmen Konsequenzen einer Generalisierung Bekanntschaft gemacht hat.
Zum Glück gibt es ein einfaches Mittel, um solche generalisierten Begriffe zu entkräften: das Hinterfragen! „Habe ich dir wirklich noch nie zugehört? Zu keiner Zeit?“ Kompetent angewandt können diese Fragen effektiver zum Ziel und zum Kern eines Problems führen. Man kann sich diese Fragen auch selbst stellen: „Habe ich bis jetzt wirklich IMMER ALLES alleine machen müssen?“…und mit der Zeit wird aus einem IMMER vielleicht „manchmal“, und dann sogar nur mehr „das eine Mal letzten Donnerstag“….Frust, Ärger, Anschuldigungen schwinden und das Kommunizieren macht wieder Spaß!
Alles Liebe und gutes Gelingen! Julia